Ständige Erschöpfung

Ständige Erschöpfung

Viele Patientinnen und Patienten beschreiben mir ein ähnliches Gefühl: Irgendwie ist mein System seit einiger Zeit dauerhaft überlastet, ich bin ständig müde und erschöpft oder ständig krank und nicht mehr in meiner Mitte, nicht meiner Kraft. In meiner Praxis sehe ich seit einigen Jahren vermehrt Menschen, deren Körper nach starken immunologischen Reizen, z. B. Viruserkrankungen, Long COVID, Impfungen (Post-Vac), Umweltgifte, langanhaltender Stress etc. nicht mehr in die alte Balance zurückfindet.

Aus Sicht der chinesischen Medizin lässt sich das als anhaltende innere Hitze, latente
Entzündung und Stagnation verstehen. Moderne Reize, gleich welcher Art, können das Immunsystem dauerhaft in
Alarmbereitschaft halten.

Wie ein Feuer das nie ausgeht

In der TCM würde man sagen, das Wei-Qi (Abwehr-Qi, Immunsystem) kommt nicht mehr zur Ruhe, das Yin (Substanz, das Nährende) und Jing (Essenz/Lebenssamen) werden verbraucht, die Mitte ( Milz und Magen) wird geschwächt und einer Blockade in den tiefen Achsen (Chong Mai, Ren Mai, Dai Mai), es entstehen stille, tief liegende Entzündungsprozesse. Solche Prozesse sind oft nicht akut, sondern schwelend.

Sie zeigen sich erst Monate oder Jahre später, z.B. durch Erschöpfung, Autoimmunreaktionen, hormonelle
Entgleisungen, Histaminosen, Magen-DarmBeschwerden oder auch schwere chronische Erkrankungen. In der alten chinesischen Medizin gab es diese modernen Belastungen nicht. Die Prinzipien jedoch bleiben gültig:
wenn Hitze nicht ausgeleitet, Rückstände nicht transformiert und die Mitte und die Substanz geschwächt werden, kann der Körper krank werden, unabhängig davon, wodurch der ursprüngliche Reiz entstanden
ist.

Warum konnte der Körper nach einer starken Belastung nicht mehr vollständig in seine Ordnung zurückfinden?

Die therapeutische Aufgabe besteht dann darin:

Nicht nur die sichtbaren Symptome zu behandeln, sondern die tieferen Ebenen des Körpers einzubeziehen:

  • die Versorgung mit Energie
  • die Mitte stärken
  • die Wurzel ( Yin&Jing) zu nähren
  • das Wei-Qi ( Immunsystem) zu beruhigen
  • die Ausscheidung von Belastungen
  • das emotionale Gleichgewicht und
  • die innere Stabilität wiederherstellen.

Körper, Geist und seelische Ebene bilden eine Einheit; gerät eine aus dem Gleichgewicht, reagieren die anderen mit, damit der Organismus wieder selbst regulieren kann.

In der chinesischen Medizin weiss man seit Jahrtausenden:
Was nicht ausgeleitet wird, bleibt. Was bleibt, verändert das Gewebe. Was lange still entzündet ist, wird irgendwann strukturell.

So entstehen keine neuen Krankheiten, sondern alte Muster, die plötzlich schneller, tiefer und aggressiver ablaufen.

Yvonne Felske
Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin
Moderne Darmtherapie
Bleckeder Landstraße 3
21398 Neetze
www.yvonnefelske.de

Erkältungszeit

Erkältungszeit

Die Erkältungszeit beginnt. Viele hat es schon erwischt – ich habe ein paar Tipps für euch aus der traditionellen chinesischen Medizin mit unseren einheimischen Kräutern.

In der chinesischen Medizin unterscheidet man allerdings sehr genau, welche Symptome man hat und wählt dementsprechend die passenden Heilkräuter aus.

Man unterscheidet zwischen

  • Wind-Kälte -Symtomen:

    Abneigung gegen Kälte, ständiges Niesen, Husten, laufende Nase mit weißem, wässrigem Schleim, leichtes Fieber, kein Schweiß, kein Durst, starkes Wärmebedürfnis ….

    Oft wandelt es sich nach ein paar Tagen gerne in eine Wind -Hitze- Symptomatik, die komplett anders behandelt wird.

  • Oder es beginnt gleich mit einer

    Wind-Hitze -Symtomatik:

    Starke Halssschmerzen, Fieber, das sehr schnell hoch steigen kann, Schüttelfrost, Gliederschmerzen,
    Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, heiße Körperoberfläche, Husten mit gelblichem Auswurf, Schnupfen mit zähem, gelblichem Nasensekret, Roten Augen, trockenen roten Lippen, Durst, Unruhe, Nebenhöhlenentzündung/ Vereiterung

Behandlung bei Wind-Kälte-Symotomen:

  • Starker Ingwer Tee – aber nur die ersten beiden Tage, danach stoppen.
    Ingwer ist sehr erwärmend und trocknend, es öffnet die Oberfläche und leitet den Eindringling aus, öffnet man die Oberfläche zu lange, können neue Eindringlinge in den Organismus gelangen.
  • Yogi Tee würde sich auch eignen – all diese Kräuter sind sehr erhitzend und sehr antibakteriell/antiviral.
    Aber ACHTUNG: sofort absetzten, wenn sich eine Hitze-Symptomatik zeigt!
  • Aufsteigende Fußbäder, gern mit erwärmenden ätherischen Ölen wie Rosmarin, Zimt, Thymian etc. Dazu wird eine Schüssel mit heißem Wasser befüllt und immer mit heißem Wasser nachgefüllt, wenn man sich an die Temperatur gewöhnt hat.
  • Warmes gekochtes Essen, Hühner- oder Rinderkraftbrühe. Wenig bis keine Rohkost oder Südfrüchte, diese kühlen zu sehr! Frisch gepresster Orangensaft etc ist bei einer Wind-Kälte-Symptomatik absolut nicht geeignet!

Behandlung bei Wind Hitze Symptomen:

Folgende Heilkräuter Mischungen als Teerezeptur –ich stelle die einzelnen Kräuter vor und danach die Rezepturen:

  • Spitzwegerich wirkt sehr stark antibakteriell, antiviral, natürliches
    Antibiotikum, kühlt die Lunge, schleimlösend, entzündungshemmend, fiebersenkend, gewebeheilend, mit und ohne Schleimbildung einsetzbar.
  • – gleichzeitig ein Feuer-(Hitze-) -Kühler und Lungen Yin Therapeutikum (Yin ist Substanz, stärkt die Substanz der Lunge, nährt sie ). Kühl, desinfizierend, antibakteriell, antiviral, bei zähem eingetrocknetem Schleim, Asthma, Kehlkopfentzündung, Kratzen im Hals, bei Mandelentzündung, bei allen Infekten der oberen Atemwege.
  • Efeu bei allen hitzigen Prozessen in der Lunge, bei zähem alten Schleim in der Lunge und den Nebenhöhlen, kühlt die Lunge bei schweren bakteriellen Lungenerkrankungen, Lungenentzündungen (hierbei sind aber noch drastischere Pflanzen nötig und es gehört nicht in die Eigenbehandlung!)
  • Die Königskerze ist DAS Lungen Yin Tonikum, stärkt die Substanz der Lunge, „das Organ“ an sich, gleichzeitig befeuchtet es die Schleimhäute der oberen Atemwege, beseitigt Hitze, verdünnt den Schleim. Hat ein sehr gute Wirkung auf den Shen (unsere Geistseele) und wirkt somit sehr beruhigend auf die Nerven im Gesicht und Kopfbereich.
  • Isländisch Moos ist ebenfalls ein nährendes Lungen Yin Tonikum, aber das größte Potenzial liegt in der Befeuchtung der Schleimhaut – allen Schleimhäuten. Es enthält 70% aufquellende Mucopolysaccaride (Pflanzenschleim), welche sich im Kaltmazarat (über Nacht einweichen) auslösen und dann alle Schleimhäute „einlullt“ bzw. umhüllt … auch gut bei Sodbrennen, Zungenbrennen, trockenen knackenden Gelenken …
  • Eibischwurzel – ist ebenso wie Isländisch Moos ein wunderbar effektiver Einschleimer für Lunge und Magen, hat 35% aufquellende Mucopolysaccaride (Pflanzenschleim).
  • Die Primelwurzel (Schlüsselblumenwurzel) ist die wirkungsvollste Heilpflanze gegen Schleim im Kopf – egal ob Hitze oder Kälte, bei Nebenhöhlenvereiterungen, Stockschnupfen, und Schleim, der Schwindel oder Kopfschmerzen im Kopf erzeugt. Verdünnt zäh gewordenen Schleim im Kopf und auch in der Lunge.
  • Grundmischung bei Husten:

    Die ersten 4 Heilkräuter sind die Grundmischung bei Husten:

    • Spitzwegerich – 40g
    • Huflattich. – 30g
    • Efeu – 30g
    • Königskerzenblüten – 20g

    Bei starkem trockenem Hustenreiz, ständigem nervigem Hüsteln, Druck auf der Brust, schwerem Atmen, kaum Auswurf (wenn dann dick und gelblich), nimmt man dazu:

    • +Isländisch Moos – 30g
    • +Eibischwurzel – 30g

    Bei Nebenhöhlen Entzündung/Vereiterung

    (Grundmischung + Isländisch M.+Eibisch )

    • + Primelwurzel 30g

    Ihr könnt natürlich auch die Grammzahl prozentual erhöhen, wenn ihr euch einen Wintervorrat zulegen wollt .

    Ich persönlich habe immer die komplette Mischung da, da es bei mir immer eher trockener Reizhusten ist und sich meine Nebenhöhlen gerne zusetzen.

    Zubereitung:

    1. Variante:

    3 Essl auf 1 Kanne kochendes Wasser
    20 min zudegeckt ziehen lassen. Der Tee sollte frei schwimmen, bitte kein kleines Teesieb oder TeeEi oder Ähnliches benutzen.
    Dann die Pflanzenteile abgießen und den Tee durch ein Sieb abgießen. Über den Tag verteilt warm und kalt austrinken.

    2. Variante:

    Wenn die Lunge sehr trocken ist, bei hartem, nervigem trockenem Husten und bei Nebenhöhlenentzündung:
    Über Nacht in einem Topf 3 Essl mit 4 Tassen leichtlauwarmen Wasser einweichen – das löst die Schleimstoffe aus dem Isländisch Moos und der Eibischwurzel.
    Morgens GANZ KURZ aufkochen, beim ersten Blubb von der Kochplatte nehmen – der Tee darf nicht richtig aufkochen, sonst zerstören wir die wertvollen Schleimstoffe wieder.
    Dann mit diesem Topf 5–10 Min. mit einem Handtuch über den Kopf inhalieren. Danach die Pflanzenteile abgießen und den Tee über den Tag verteilt warm oder kalt austrinken .

    Zu bestellen zum Beispiel bei www.meine-teemischung.de

    unter der Rubrik „Tee selber zusammenstellen“
    Yvonne Felske
    Heilpraktikerin/TCM
    Auf der Domäne 8
    21379 Scharnebeck
    0151-58570626
    www.yvonnefelske.de

Gua Sha – mehr als nur Schaben

Gua Sha – mehr als nur Schaben

Gua Sha ist eine traditionelle chinesische Methode, bei der mit einem speziellen Werkzeug – aus Büffelhorn – über die Haut gestrichen und geschabt wird. Klingt erstmal ungewöhnlich, wirkt aber wunderbar!

Durch diese Technik wird der Blutfluss in Haut, Muskeln und Bindegewebe angeregt, ebenso wie der Stoffwechsel.
Die dabei entstehenden Rötungen oder kleinen ,,blauen Flecken“ sind absolut gewollt und in der Regel nicht schmerzhaft – sie klingen nach ein paar Tagen wieder ab.

Gua Sha kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen und den Körper dabei unterstützen, Giftstoffe und Schlacken auszuleiten. Viele spüren schon direkt nach der Behandlung eine deutliche Erleichterung und tiefe Entspannung.

Und das Beste: Der Körper schüttet dabei jede Menge Glückshormone aus. Kein Wunder also, dass sich viele nach einer Gua-Sha-Anwendung nicht nur körperlich leichter, sondern auch emotional gestärkter fühlen – mit einem echten kleinen Stimmungshoch in den Tagen danach …